UPDATE ANTI-KNAST-SPAZIERGANG (Aufruf/Call/Appel DE/ENG/FR)

+++UPDATE ANTI PRISON WALK + KUNDGEBUNG+++
On the 31.12 at 22.30 we are gathering at moabit prison for a small demo around the prison, PLEASE COME ON TIME! (Rathenower Straße- Turmstrasse- Wisnacker Strasse – Alt Moabit) which will end with a kundgebung with music, speeches and a concert from Sorah.

+++UPDATE ANTI-KNAST-SPAZIERGANG + KUNDGEBUNG+++
Am 31.12. um 22:30 versammeln wir uns vor dem Knast in Moabit für eine kleine Demo um den Knast, BITTE KOMMT PÜNKTLICH (Rathenower Straße- Turmstrasse- Wisnacker Strasse – Alt Moabit). Die Demo endet mit einer Kundgebung mit Musik, Redebeiträgen und einem Konzert von Sorah.

+++UPDATE PROMENADE ANTI-PRISON + MANIFESTATION++++
Le 31 décembre à 22h30, nous nous rassemblerons devant la prison de Moabit pour une petite manifestation autour de la prison, S’IL VOUS PLAIT, VENEZ À L’HEURE (Rathenower Strasse- Turmstrasse- Wisnacker Strasse – Alt Moabit). La manifestation se terminera par un rassemblement avec de la musique, des textes et un concert de Sorah.

Am 31.12.22 wollen wir ab 22.30 Uhr gemeinsam an der JVA Moabit demonstrieren. Wir wollen mit einem Antiknastspaziergang starten, der um das Gefängnis führt und so von möglichst vielen Menschen drinnen gehört werden kann. Anschließend wollen wir zusammen eine Kundgebung gestalten, die neben Reden, Projektionen und Texten, Live Musik auch Raum für Liederwünsche, Grußworte und Kreativität bieten soll.

Am 31.12.22 wollen wir ab 22.30 Uhr gemeinsam an der JVA Moabit demonstrieren. Wir wollen mit einem Antiknastspaziergang starten, der um das Gefängnis führt und so von möglichst vielen Menschen drinnen gehört werden kann. Anschließend wollen wir zusammen eine Kundgebung gestalten, die neben Reden, Projektionen und Texten, Live Musik auch Raum für Liederwünsche, Grußworte und Kreativität bieten soll.

In diesem Sinne brechen wir (auch) an Silvester die Isolation des Knast-Systems. Isolation wird in unserer kapitalistischen Gesellschaft als Bestrafung benutzt, denn es soll nur der Einzelkämpfer, individualisiert und im Wettbewerb gegen Andere, existieren. Dadurch entfernen wir uns immer weiter voneinander. Dies geschieht nicht nur durch Anonymität und Kontaktlosigkeit, sondern auch durch fehlende gegenseitigeVerantwortungsübernahme. Anstatt uns umeinander zu kümmern, sollen wir lernen, dem Staat zu vertrauen und ihm die Kontrolle zu überlassen. So wird versucht, jede Form des Widerstands schon im Keim zu ersticken. Die Abgabe unserer gegenseitigen Hilfe, bedeutet aber mehr Macht in den Händen der Profiteur_innen von einem rassistischen und ausbeuterischen System.

Armut wird von dem kapitalistischen System produziert und bitter benötigt, um Menschen abhängig von der Gunst ihrer eigenen Ausbeuter_innen zu machen.  Menschen, die sich diesem zugewiesenen Schicksal nicht beugen wollen, die von den Verhältnissen gezwungen werden, zu stehlen und zu betrügen, werden eingesperrt. 23% der Menschen in Berlin sitzen wegen Diebstahls und Unterschlagung, weitere 13% sitzen wegen Raub und Erpressung im Gefängnis. So bestraft das kapitalistische System einzelne Menschen für Probleme, ohne die es gar nicht existieren könnte. Die Doppelmoral zeigt sich, wenn Richter_innen mit bürgerlichem Zeigefinger auf eine_n Dieb_in deuten, während  gleichzeitig Immobilienkonzerne legal tausende von Menschen aus ihren Wohnungen auf die Straße werfen.

Die Kriminalisierung von Widerstand sehen wir nicht nur in Deutschland, sondern auch im neofaschistischen Italien und dem dort als “ hartes Gefängnis“ bekannten Knastregime 41bis . Auch in den Knästen selbst gibt es ein System aus Belohnung und Bestrafung. So gibt es kein „Privileg“, das den Gefangenen nicht auch wieder weggenommen werden kann. Das Knastsystem bestraft durch die Kontrolle aller Lebensvorgänge, dem Entzug von sozialem und liebvollem Kontakt und dem Begraben menschlicher Bedürfnisse in Antragsformularen. Im Falle des 41bis Gefängnisses werden diese Druckmittel noch verschärft: z. B durch 24 Stunden Kameraüberwachung der Zelle und in den Badezimmern; 23 Stunden Isolation am Tag; das Verbot Bücher, Magazine oder andere Drucksachen von draußen zu besitzen; Gefangene dürfen nur drei Bücher besitzen, die von der Gefängnissleitung genehmigt werden; Besuch der Familie ist nur für eine Stunde im Monat und nur durch eine Glasscheibe ( Kinder unter 12 Jahre dürfen ihre Eltern nur kurz unter Aufsicht umarmen) gestattet; Gefangene dürfen nur per Videokonferenz an ihren eigenen Gerichtsprozessen teilnehmen.

Anfangs für als „der Mafia nahestehend“ bezeichnete Personen eingeführt, wurde 41bis auch schon bald auf „hochgefährliche“ Menschen“ mit kriminellen, terroristischen und/oder subversiven Verbindungen“ angewandt. Dieses „Etikett“ führte Anfang 2000 zur Verhaftung von Aktivisten der „Nuove Brigate Rosse“ nach 41bis und nun das ersten Mal zur Verhaftung eines anarchistischen Aktivisten:  Alfredo Cospito. Er befindet sich seid Oktober 2022 im Hungerstreik gegen die unerträglichen Haftbedingungen.

Wir fordern die sofortige Freilassung aller Gefangenen und die sofortige Beendigung des 41bis Regimes!

Die Bestrafung durch Isolierung von Menschen, die sich ihrem Schicksal nicht beugen wollen, sehen wir auch am Beispiel des Abschiebeknastes am BER. Menschen werden gefangen genommen, da sie den Mut hatten, zu migrieren und ihr Ziel nicht zu verlassen, auch wenn der Staat ihnen das vorschreibt. Das bereits bestehende Abschiebegefängniss am BER soll bis 2025, auf 4 Hektar mit sieben Gebäuden vergrößert werden. Hinter dem Namen „Ein-und Ausreisezentrum“ verbirgt das Brandenburger Innenministerium sein Millionenschweres Bauprojekt zur Umsetzung der menschenverachtenden, rassistsichen Migrations- und Einreisepolitik. Es  umfasst neben einem Ankunfts-, Gewahrsams-, und Rückführungsgebäude, auch ein Transitgebäude. Hier werden auch minderjährige Kinder bis zu ihrer Abschiebung eingeperrt. Wir wollen, dass alle Menschen die Freiheit haben, sich zu bewegen und zu leben, wo sie wollen, wann sie es wollen. Keine Kriminalisierung von Migration! Keine Festung Europa!

Die rassistische Normalität zeigt sich im Knast genauso wie außerhalb der Gefängnisse. 2020 verbrannte Ferhat Mayouf in seiner Zelle in der JVA Moabit, die Justiz sprach reflexartig von Suizid. Isolationshaft und Wärter, die seine Zelle trotz Hilferufe nicht öffneten, sprechen gegen diese Bewertung. Wir sagen: Das war Mord. Es war genauso Mord, wie er allein in diesem Jahr auch außerhalb der Gefängnisse stattgefunden hat. So tötete die Polizei allein in  einer Woche im August 2022 vier Menschen in Dortmund. Einer von ihnen der 16 jährige Mouhamed Lamine Dramé. Weiter wurden in diesem Jahr Kupa Illunga Medard Mutombo in Berlin,Amin F. in Frankfurt, A.P. aus Mannheim durch die Polizei ermordet.
Diese Morde sind keine Einzelfälle. Immer wieder sterben Gefangene, vor allem People of Color in den Knästen und Lagern. Immer wieder ermordet die Polizei Menschen in psychischen Ausnahmesituationen auf offener Straße.

All das sind Gründe, auch dieses Jahr gemeinsam und wütend gegen die herrschenden Verhältnisse auf die Straße zu gehen.

***english version***

New Year’s Eve to jail: break the isolation

On 31.12.22 we want to demonstrate together from 22.30 at the JVA Moabit. We will start with an anti-prison walk, which leads around the prison so we can be heard by as many people inside as possible. Afterwards, we will hold a rally together, which, in addition to speeches, texts, and a live act should also offer space for song requests, greetings and creativity.

In this sense, we (also) break the isolation of the prison system on New Year’s Eve. Isolation is used as punishment in our society, because in the capitalist patriarchy only the lone fighter, individualized and in competition against others, is supposed to exist. As a result, we are moving further and further away from each other. This happens not only on an interpersonal level, through anonymity and lack of contact, but also on the level of not taking responsibility for each other. Instead of taking care of each other, we are supposed to learn to trust the state and let it take control. This is an attempt to nip any form of resistance in the bud. Giving up our power to help each other concentrates power in the hands of the profiteers of a racist and exploitative system.

Poverty is produced by the capitalist system and bitterly needed to make human lives dependent on the favor of their own exploiters.  People who do not want to bow to this assigned fate, who are forced by circumstances to steal and cheat, are imprisoned. 23% of the people in Berlin are in prison for theft and embezzlement, another 13% are in prison for robbery and extortion. Thus, the capitalist system punishes individuals for problems without which it could not exist. In a world where everything belongs to everyone and we live in collectivity, such crimes would not exist. The double standard is shown when judges point a bourgeois finger at a thief, while at the same time real estate companies legally throw thousands of people out of their homes onto the street.

We see the criminalization of resistance not only in Germany, but also in neo-fascist Italy and the prison regime known there as „hard prison“ : 41bis . Even inside the prisons themselves there is a system of reward and punishment, so there is no „privilege“ that cannot be taken away from the prisoners for punishment. The prison system punishes by controlling all life processes, depriving prisoners of social and affectionate contact, and burying human needs in application forms. In the case of 41bis prison, these pressures are compounded: e.g., 24-hour camera surveillance of the cell and in the bathrooms; 23 hours of isolation a day; the ban on owning books, magazines, or other printed materials from the outside; prisoners may own only three books approved by the prison administration; visiting family only one hour a month and only through a pane of glass (children under 12 may hug their parents only briefly under supervision); prisoners may attend their own court proceedings only by videoconference.

Initially introduced for, “ people close to the mafia“, 41bis was also soon applied to “ highly dangerous“ people „with criminal, terrorist and/or subversive links“. This „label“ led to the arrest of activists of the „Nuove Brigate Rosse“ under 41bis in early 2000 and now, for the first time, to the arrest of an anarchist activist Alfredo Cospito. He is on hunger strike since October 2022 against the unbearable prison conditions.We demand the immediate release of all prisoners and the immediate end of the 41bis regime!

We also see the punishment by isolation of people who do not want to bow to their fate in the example of the deportation prison at BER. People are imprisoned because they dared to migrate and not leave their destination when the state commands them to do so. The already existing deportation prison at BER is to be enlarged by 2025 , to 4 hectares with seven buildings. Behind the name “ Ein-und Ausreisezentrum“  the Ministry of the Interior of Brandenburg hides its million building project for the implementation of the inhuman and racist migration policy. It includes an arrival, detention and repatriation building, as well as a transit building. Underage children are also locked up here until they are deported.  We want the freedom of movement for everybody! Every human should live whereever they want, whenever they want! No criminalisation of migration! No Fortress Europe!

Racist normality is just as evident in prison as it is outside it. In 2020, Ferhat Mayouf burned to death in his cell in Moabit Prison; the judiciary reflexively spoke of suicide. Solitary confinement and guards who did not open his cell despite calls for help speak against this assessment. We say: This was murder. It was murder just as it has been outside prisons this year alone. So the police killed four people in Dortmund in one week alone in August 2022. One of them 16 year old Mouhamed Lamine Dramé. Further in this year Kupa Illunga Medard Mutombo in Berlin, Amin F. in Frankfurt, A.P. from Mannheim were murdered by the police.

These murders are not isolated cases. Again and again prisoners, especially People of Color die in jails and camps. Again and again, the police murder people in psychologically exceptional situations on the open street.

All of these are reasons to take to the streets again this year, together and angrily, against the prevailing conditions.

**Version Française**

Réveillon du Nouvel An en prison : rompons l’isolement!

Le 31.12.22, nous voulons manifester ensemble à partir de 22h30 à la prison de Moabit. Nous voulons commencer par une promenade anti-carcérale qui fera le tour de la prison et qui pourra ainsi être entendue par le plus grand nombre de personnes possible à l’intérieur. Ensuite, nous voulons organiser ensemble une manifestation qui, outre des discours, des projections et des textes, de la musique en direct, doit également offrir un espace pour des souhaits de chansons, des salutations et de la créativité.

Dans ce sens, nous rompons (aussi) l’isolement du système carcéral le jour du Nouvel An. Dans notre société capitaliste, l’isolement est utilisé comme une punition, car seul le combattant solitaire, individualisé et en concurrence avec les autres, doit exister. Nous nous éloignons ainsi de plus en plus les un-e-s des autres. Cela n’est pas seulement dû à l’anonymat et à l’absence de contact, mais aussi au manque de prise de responsabilité mutuelle. Au lieu de nous occuper les un-e-s des autres, nous devons apprendre à faire confiance à l’État et à lui laisser le contrôle. On tente ainsi d’étouffer dans l’œuf toute forme de résistance. L’abandon de notre aide mutuelle signifie cependant plus de pouvoir entre les mains des profiteurs d’un système raciste et exploiteur.
La pauvreté est produite par le système capitaliste et est nécessaire pour rendre les gens dépendants de leurs propres exploiteurs. Les personnes qui refusent de se plier à ce destin assigné, qui sont contraintes par les circonstances de voler et de tricher, sont emprisonnées. 23% des personnes à Berlin sont en prison pour vol et détournement de fonds, 13% supplémentaires pour vol et extorsion. Ainsi, le système capitaliste punit des individus pour des problèmes sans lesquels il ne pourrait même pas exister. La double morale se manifeste lorsque les juges pointent un doigt bourgeois vers un-e voleur-se- alors que, dans le même temps, les groupes immobiliers expulsent légalement des milliers de personnes de leur logement pour les jeter à la rue.

La criminalisation de la résistance n’est pas seulement visible en Allemagne, mais aussi dans l’Italie néofasciste et son régime carcéral connu sous le nom de „prison dure“ 41bis . Dans les prisons elles-mêmes, il existe un système de récompense et de punition. Ainsi, il n’existe aucun „privilège“ qui ne puisse être retiré aux détenu-e-s. Le système carcéral punit en contrôlant tous les processus de la vie, en privant les détenu-e-s de contacts sociaux et affectueux et en enterrant les besoins humains dans des formulaires de demande. Dans le cas de la prison 41bis, ces moyens de pression sont encore renforcés : par exemple, surveillance par caméra de la cellule et des salles de bain 24 heures sur 24 ; isolement 23 heures par jour ; interdiction de posséder des livres, des magazines ou d’autres imprimés provenant de l’extérieur ; les détenu-e-s ne peuvent posséder que trois livres approuvés par la direction de la prison ; les visites à la famille ne sont autorisées qu’une heure par mois et uniquement à travers une vitre (les enfants de moins de 12 ans ne peuvent embrasser leurs parents que brièvement et sous surveillance) ; les détenu-e-s ne peuvent assister à leur propre procès que par vidéoconférence.
Initialement introduit pour les personnes désignées comme „proches de la mafia“, le 41bis a également été rapidement appliqué aux „personnes à haut risque“ ayant des „liens criminels, terroristes et/ou subversifs“. Cette „étiquette“ a conduit au début de l’année 2000 à l’arrestation de militants des „Nuove Brigate Rosse“ en vertu du 41bis et maintenant, pour la première fois, à l’arrestation d’un militant anarchiste : Alfredo Cospito. Il est en grève de la faim depuis octobre 2022 pour protester contre ses conditions de détention insupportables.

Nous exigeons la libération immédiate de tous les prisonniers et la fin immédiate du régime 41bis !

Nous voyons également la punition par l’isolement des personnes qui ne veulent pas se plier à leur destin à l’exemple du centre de rétention du BER. Des personnes sont emprisonnées parce qu’elles ont eu le courage de migrer et de ne pas quitter les lieux, même si l’État le leur impose. Le centre de détention déjà existant du BER doit être agrandi d’ici 2025 pour atteindre une superficie de 4 hectares et sept bâtiments. Derrière le nom de „centre d’entrée et de sortie“, le ministère de l’Intérieur du Brandebourg cache un projet de construction de plusieurs millions d’euros visant à mettre en œuvre une politique d’immigration et d’entrée raciste et inhumaine. Il comprend un bâtiment d’arrivée, de détention et de retour, ainsi qu’un bâtiment de transit. Des enfants mineurs y sont également enfermés jusqu’à leur expulsion.
Nous voulons que tous les êtres humains aient la liberté de se déplacer et de vivre où ils/elles le souhaitent, quand ils/elles le souhaitent. Non à criminalisation de la migration ! Non à la forteresse Europe !

La normalité raciste se manifeste aussi bien en prison qu’en dehors des prisons. En 2020, Ferhat Mayouf s’est immolé par le feu dans sa cellule de la prison de Moabit, la justice a eu le réflexe de parler de suicide. L’isolement et les gardiens qui n’ont pas ouvert sa cellule malgré les appels à l’aide contredisent cette évaluation. Nous disons : c’était un meurtre. C’est un meurtre comme il y en a eu d’autres rien que cette année en dehors des prisons. Ainsi, la police a tué quatre personnes en une seule semaine en août 2022 à Dortmund. L’un d’entre eux était Mouhamed Lamine Dramé, âgé de 16 ans. Cette année, Kupa Illunga Medard Mutombo à Berlin, Amin F. à Francfort et A.P. à Mannheim ont également été assassinés par la police.
Ces meurtres ne sont pas des cas isolés. Des prisonnier-res, surtout des personnes de couleur continuent de mourir dans les prisons et les camps. La police ne cesse d’assassiner en pleine rue des personnes se trouvant dans des situations psychologiques exceptionnelles.

Ce sont autant de raisons de descendre dans la rue cette année encore, ensemble et en colère, contre les conditions dominantes.

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